Bericht Dolomitentour 2017

Dolomitentour 2017

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Sie ist bereits wieder Geschichte.
So schnell vergehen 4 Tage mit lieben, gleichgesinnten Leuten.
Angefangen hat die Dolomitentour dieses Mal nicht erst am Mittwoch. Nein, denn schon am Dienstag musste ich noch bei einem MAG den Kühler tauschen da er sonst nicht hätte mitfahren können. Nur den Kühler? Nein, denn wie es der Zufall will ist genau im richtigen Moment auch noch das Masseband heruntergefallen.
Kaum war ich mit diesen Reparaturen fertig wurde schon der nächste Teilnehmer, Hans Miedler mit seinem Mini Clubman GT, durch den ÖAMTC angeliefert. Dies war aber das kleinere Übel da nur der Keilriemen gerissen war.
Damit sollten alle Fahrzeuge für unsere Tour startklar sein.

Am Mittwoch war dann Treffpunkt um 06:30 in Vorchdorf bei der Eni-Tankstelle.
Pünktlich um 7 Uhr, nach der Fahrerbesprechung brachen wir auf um in Liezen die Nächsten abzuholen.

Dieses Jahr war ich mit meinem TVR Chimaera 500 unterwegs. Über den Pyhrn-Pass hatte ich Schwenti mit seiner Corvette im Nacken. Natürlich muss ich diesem zeigen dass ein TVR doch mehr Punch hat als so ein Ami-Möchtegern-Sportwagen. Was soll ich sagen? Nennen wir es einfach den Vorführeffekt. Ein Zylinder fällt aus und er hustet und stottert. Also war ich der Erste welcher in Liezen den Werkzeugkoffer rausholte. Die fachmännische Diagnose war eigentlich simpel. Eine Zündkerze war lose. Daher schnell behoben.

Nach dem wir hier noch zwei Teams aus der Steiermark aufgenommen haben fuhren wir über den Sölkpass nach Tamsweg und von dort über St. Michael auf den Katschberg.
Der Zeitplan war von mir so großzügig geplant worden dass wir hier über eine Stunde auf die, dort zusteigenden, 4 zusätzlichen Teams warten hätten müssen. Daher wurden diese telefonisch direkt zur Mittagsrast in Greifenburg umdirigiert.

Bei der ausgezeichneten Mittagsrast wurde besprochen welche Teams ab hier, nach den bisher zurückgelegten 270km, noch über die Dolomiten fahren und wer den direkten Weg übers Pustertal wählt.
Hier hatten wir auch noch ein kleines Problem mit der nicht mehr ladenden Lichtmaschine von Martin Sperl’s Mini Cabriolet. Hans und Martin bildeten mit ihren Minis ein Team um in Lienz zumindest eine Batterie zu besorgen.

Mittlerweile traf auch das letzte Team mit ihrem Mini in Greifenburg ein und wir waren somit klar für die Weiterfahrt.
Diese führte uns momentan noch alle gemeinsam Richtung Lienz.
Aber schon nach einigen Kilometern hatten wir Pech und standen in einem Mega-Stau!
Da ich diesbezüglich nicht der geduldigste Mensch bin entschloss ich mich zur Umkehr und zur Suche nach einer Alternativroute.
Diese war dank Navi schnell gefunden. Auch wenn diese am Navi nicht als Schotterweg eingezeichnet war meisterte meine Chimaera diese sehr gut.
Leider folgte mir keines der Teams auf meiner Odyssee.
Kurz vor der Unfallstelle kam ich wieder auf die Hauptstraße. Auf dieser musste ich noch 200m über die Sperrfläche fahren um dort Richtung Kötschach-Mauthen abbiegen zu können. Dann nahm ich die Karnische-Dolomitenstraße, auch bekannt als Lessachtal und kam in Silian raus.

Von Döblach fuhr ich rauf zum Misurina-See. Denn dies war als nächster Treffpunkt geplant. Schon am Weg rauf fing es zu regnen an. Leider keine Unterstellmöglichkeit um mein Dach zu montieren.
Oben angekommen schüttete es bereits aus Kübeln. Bis ich endlich das Dach montiert hatte war nicht nur der Innenraum eingewässert sondern auch ich.
Kein Team trifft ein. Auch nicht bis ich mit meinem Espresso und der Zigarillo fertig war. Endlich ein Anruf. Vier Teams sollten in 15 Minuten in Cortina eintreffen.

Also rein ins feuchte Auto alle Scheiben vom Beschlag entfernen und runter nach Cortina.
Total lustig mit einem 340PS Wagen bei strömenden Regen und beschlagenen Scheiben!
Kurz darauf der nächste Anruf. Sie sind bereits den Passo Falzerego rauf du warten dort auf mich.
So war es auch. Hier traf ich auf Schwenti mit der Corvette, Alex mit seinem 450PS Audi-Monster und Jörg mit seinem 450PS BMW M3 sowie Richi mit seiner Barchetta.

Den restlichen Weg bis zu unserem Quartier in Kurtinig an der Weinstraße absolvierten wir gemeinsam.
Erwähnenswert wäre hier noch eventuell die Fahrweise im Regen. Angeführt hat unsere Gruppe der Audi. Gefolgt vom M3 und dieser von mir. Beide hatten ihre elektronischen Helferlein eingeschaltet und waren auch froh darüber. Mir, ohne diese Helferlein, zitterten nach der Passage über den Passo Pordoi die Hände und Knie!

Um etwa 20 Uhr trafen wir im Hotel ein. Nach anstrengenden 550km und 13 Stunden.
Einige der anderen Teilnehmer waren bereits hier und andere wiederum trafen nach und nach ein.
Auch unsere internationalen Freunde waren mit ihren MG’s bereits hier. Leider hatte der MGC am Vortag einen schuldlosen Kontakt mit dem Gegenverkehr. Kotflügel links, Scheinwerfer und Stoßstange kaputt!
Fazit, es war für alle, bedingt durch den Stau beim Unfall, noch weiteren Staus bei Baustellen und natürlich den Regen eine sehr anstrengende Anfahrt.

Donnerstagmorgen hatte der Regen ein Ende und wir konnten nach einem gemütlichen Frühstück alle Fahrzeuge wieder auf Vordermann bringen. Bei so machen mussten wir Hand anlegen.

Zur Mittagszeit brachen wir zur Tagestour auf. Diese brachte uns über Trento rauf auf den Monte Bondone. Dies ist eine 18km lange Bergstraße welche auch für das internationale Bergrennen genutzt wird.
Am Passübergang nahmen wir unser Mittagsessen ein und fuhren danach eine gemütliche Runde zurück zum Hotel. In Summe 130km. Hört sich nicht nach viel an, doch mit so vielen Kurven war auch das genug.
Leider hatten wir am Rückweg den ersten Totalausfall. Schwenti’s Corvette blieb mit defektem Zündmodul liegen und wird durch den ÖAMTC heimgebracht.
Thomas’s Mini hatte sich auch ein Problem eingefangen. Die Schraube der Keilriemenscheibe hatte sich gelöst und dabei sämtliche Flügel des Kühlventilators abgerissen. Zum Glück ging die Schraube nicht verloren. Das zerstörte Gewinde konnte mit einer Gewindefeile repariert werden und der defekte Ventilator war durch den vorhandenen elektrischen Zusatzventilator nicht das Maß der Dinge.
Gerhards Mini Clubman Estate hatte auch noch ein kleines elektrisches Problem welches aber schnell behoben war.

Jeden Abend wurde der verbrachte Tag ins Detail zerlegt sowie auch die eine und andere Geschichte erzählt. Begleitet mit gutem Essen, Bier und natürlich Südtiroler Wein .

Für Freitag war eine etwas längere Tour geplant. Über den Passo Cavia und das Stilfserjoch.
Bevor wir aufbrechen konnten mussten wir aber noch beim MAG den Vergaser runternehmen da dieser enorm an Sprit verloren hat.
Die Tagestour war bis zum Cavia Pass schön und zum Glück ereignislos. Rauf auf den Pass war schon der Schnee zu sehen. Es ging rauf und rauf. Es fing zu schneien an und oben standen wir tatsächlich im Schnee! Was machen dann die junggebliebenen Erwachsenen? Natürlich eine Schneeballschlacht!

Als wir dann alle eiskalte Hände hatten fuhren wir runter nach Bormio und rauf aufs Stilfserjoch.
Dort oben wieder dasselbe! Schnee bei 3-4 Grad!
Erst um 15 Uhr kamen wir zur eigentlichen Mittagsrast kurz vor Meran. Den restlichen Weg zurück zum Hotel nahmen einige wieder direkt und manche noch über das Gampenjoch und den Mendelpass.
In Summe fuhren wir am Freitag 300km.

Samstag der Tag der Heimreise.
Die Rückfahrt ist immer sehr individuell. Manche haben schon genug Tornanti (Haarnadelkurven) gesehen und fahren den einfachsten weg nachhause. Wer noch nicht genug hat der nimmt wieder den Weg über die Dolomiten.
Schon nach kurzer Fahrt hat es beim Audi den Turbo zerfetzt. Somit hatten wir den zweiten Totalausfall.
Am weiteren Weg hat sich unsere Gruppe etwas verloren so dass wir erst in Greifenburg wieder zusammen fanden. Dort erfuhren wir noch vom dritten Totalausfall. Thomas’s Mini hat es auch nicht geschafft. Die lose gegangene Schraube hatte nicht nur den Kühlerventilator zerstört sondern auch den Kühler beleidigt was wiederum zu einer defekten Zylinderkopfdichtung führte.

Von Greifenburg nachhause nur noch 260km. Auch ich habe mal genug kurven gesehen. Außerdem schüttet es wieder aus Kübeln. Daher entscheide ich mich am Spital an der Drau die Autobahn zu nehmen. Die Müdigkeit erreicht mich bald. So stark dass ich überlegte anzuhalten und etwas zu schlafen. Die einzige Alternative um wach zu bleiben war eine ansprechendere Route. Daher nahm ich zu guter Letzt noch den Katschberg und den Radstätter Tauern mit.

Ich möchte mich bei allen für die Teilnahme bedanken! Vor allem auch bei jenen welchen ihr Schraubergeschick auch an den Fahrzeugen der Anderen angewandt haben!

Meines Erachtens war es wieder eine gelungene Tour!
Alte Freundschaften aufgefrischt. Neue Bekanntschaften gemacht welche sicher zu Freundschaften werden.

Daher bleibt mir nur noch zu Schreiben dass ich hoffe euch allen auch kommendes Jahr wieder dabei zu haben

Berni
B.M.C. of Austria