Abschlussbericht Team 5

Team 5 Giants in red - Wolfgang und Pauli

Diese Rally ist weit mehr als ein fahren von A nach B in kürzester Zeit.
Die Spannung beginnt schon Wochen vorher. Im Internet bei Ebay oder anderen Englischen Oldtimerforen ein Auto kaufen oder zu ersteigern ist Anspannung pur.

Ich war nächtelang im Internet unterwegs um mir das beste Auto für diese Challange zu suchen. Sehr schnell kam ich zum Entschluss das Punktemaximum auszuschöpfen. Also ersteigerte ich einen roten MGB Roadster von der Insel Jersy.
Ich war wirklich froh schon im August ein tolles Auto gefunden zu haben. Die Anzahlung war überwiesen. Doch das am Sonntagnacht eingetroffene Mail versetzte mich in Schockzustand.
„Dear Wolfgang, bad news, a hurrican was gone over Jersy………“
Also die Garage in der mein geliebter MG stand wurde abgedeckt und mein Auto darunter begraben. Totalschaden!!

Nach ein paar Tagen des nicht glauben wollens startete ich eine neue Suche. Mir wollte kein anderes Auto mehr gefallen.
He was ist denn da !! MGB, rot, Chrom, kein Rost, Motor neu aufgebaut, innen sehr schön. Schnell rechnen, mein Höchstpreis darf nicht 4000 Pfund übersteigen. Mir scheint der Preis klettert weit über mein Maximum. Also kurzes Mail an den Verkäufer, um wieviel er denn sein Auto vorher verkaufen wolle. Unter 6 bis 8.000,- Pfund wird’s sicher nicht sein, meinte er. Das wird wohl nichts werden.
Alles Gute für die Rally. Als ich die Ebay Nachricht bekam, das ich den roten MG ersteigert hatte, wollte ich es nicht glauben.

Nun startete die Vorbereitung mit meinem Beifahrer Pauli.
Wie ist unser Auto beisammen, welche Gebrechen könnten wir haben, welches Werkzeug brauchen wir mit, schlafen wir in einem Zelt oder nehmen wir 2 Zelte mit?
Treffpunkt war Mittwoch der 10. September 8 Uhr bei Felix unserem Rally erfahrenen Turnbruder. Er startete heuer mit seinem Freund Gerhard. Wir fuhren zu viert aus St. Georgen Richtung Salzburg.
Am Flughafen trafen wir unsere Mitstreiter, die Steirer, und den Uhrmacher aus Niederösterreich mit seinem Onkel. Super Typen.

Der Flug nach Stansted war entspannend.
Unsere Anreise nach Portland Donset haben wir mit dem Zug nach London, 2 mal Underground und der Southwest Line absolviert. Im Zug genug Zeit um zu grübeln, gibt es das Auto wirklich, ist es so wie auf den Fotos, ist technisch alles ok. Um 18 Uhr standen wir vor der Garage.
Philiph ein 72 Jähriger britischer Sir öffnete das Tor und sagte mit feuchten Augen „ It is Yours“. Er hatte es 8 Jahre besessen und viel Liebe hineingesteckt. Mit Stolz berichtete er, das es noch keinen Regentropfen gesehen hat!

Donnerstag nutzten wir um die englische Küste abzufahren, das Auto durchzuchecken und Kabel zu verlegen. Natürlich braucht unser roter MG auch eine Namen. Das war jedoch sonnenklar. So hübsch, sicher verlässlich, liebe auf den ersten Blick. „Pretty Susan“ Denn mit meiner Susanne habe ich schon mehr als 30 Jahre die besten Erfahrungen gemacht.

Goodwood
Treffpunkt war Freitag ca. 14 Uhr in Goodwood. Die Anreise alleine war ein Erlebnis. Aus allen Richtungen kamen die Oldtimer. Einer schöner als der andere. Pauli und ich kamen aus dem Staunen und Winken nicht mehr heraus.
In Goodwood erwarteten uns unsere 28 Oldtimerkollegen aus Vorchdorf. Sie hatten die lange Reise mit dem Bus absolviert.
Campen an der Rennstrecke mit dem Duft und Motorgeräuschen von Autos welches jedes einzelne einen Wert von einem Einfamilienhaus hat, das ist Feeling pur. Alleine das Schlendern durch den Campingplatz war ein Erlebnis. Da ein Morgan (sein Besitzer war im ein Mann Zelt aus Schottland angereist) eine Gruppe von Franzosen mit Ihrem Citroëns aus den 50ern, dort eine Gruppe mit 6 Jaguar E Type in luxuriösen Motor Homes. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Abends dann abshaken bei Musik aus den 50ern und 60ern.
Samstag war es soweit. 6 Uhr Tagwache, 7 Uhr Frühstück vorm Zelt. Baked beans, Mushrooms, englischen Kaffee, Toast, Rührei, der Tag begann stilgerecht. Wir konnten es nicht erwarten. Vormittags alleine am Parkplatz für Oldtimer 7000 Oldies soweit mein Auge reicht. Einer schöner als der andere. Hier eine Familie die gekleidet im Stil der 50er ihr Picknick hält, dort ein Vater gekleidet in britischen Knickerpockers und einem Zwillingskinderwagen aus den 30ern.

Noch nie mehr als 170.000 Menschen gesehen die alle so stilgerecht Ihr Fest der Oldtimer zelebrieren. Am Sonntag um 16 Uhr startete unter Beifall unserer Freunde unsere Rally. Erster Etappenort war Portmouth die Hafenanlage. Wir checkten in die Fähre nach Le Havre ein. Wie ein einziges Schiff nur so viele Autos befördern kann?

Die Nacht verbrachte ich mit 5 Stunden Schlaf am Fußboden eines Schiffsrestaurants. Um kurz vor 7 Uhr morgens lief unsere Fähre in Frankreich ein. Bei unseren Autos im Unterdeck stellte ein französischer Oldtimerkollege fest, dass sein zitronengelber MGA Baujahr 1959 über Nacht die Luft aus einem Reifen verloren hat. Unsere steirischen Kollegen Andi und Adi holten Ihr Hubwagerl aus Ihrem Triumph und wechselten in nur 5 Minuten den platten Reifen. Belohnt wurden Sie mit riesen Beifall im Schiffsrumpf.
Die erste Etappe auf Festland startete in Le Havre und ging 706 Kilometer nach Manoir de Beauvoir. Unser Hotel erreichten wir um 22 Uhr. Die 4 Durchfahrtskontrollen wurden fotografiert. Schwierigkeiten dieser Etappe waren, dass wir doch sehr müde waren, mit einem rechtsgesteuertem Fahrzeug auf der „richtigen Straßenseite“ fuhren, und der Norden Frankreich doch sehr eintönig ist.

Die Fotos der blitzenden, grauen, neugierigen Kästen werden hoffentlich nach England zugestellt.
Die nächste Etappe führte uns über Bordeaux ganz in die Nähe des Atlantiks und nach Vers. Kilometer waren es 564 und traumhaftes Wetter. Pauli und ich teilten uns die vielen Kilometer . Er startete den Tag und ich übernahm nach dem Mittagessen.
Essen in Frankreich war für uns sehr wichtig. Wir trafen uns mit Felix und Gerhard, suchten ein nettes kleines französisches Restaurant, bestellten 4 Menüs und eine Flasche roten Wein des Hauses.
Ach leben wie Gott in Frankreich.

Nächsten Tag glaubten wir an eine ruhige entspannende Etappe. Nur 437 Kilometer durchs hügelige Frankreich. Der Lot entlang bis hin zur Tarn. Bei Kurve 783 haben wir zu zählen aufgehört.

In Estaing verlor Felix seine Identität. Rucksack mit Pass, Autopapieren und Tablet weg. Unser Hotel in Sanilhac erreichten wir um 21 Uhr. Geschraubt wurde teilweise bis 2 Uhr unter Sternenhimmel. Unsere pretty Susan läuft ohne Pannen. Nur die aufgezogenen Winterreifen!! werden langsam glatt.
Der Weg führte uns in die französischen Berge.
In den Bergen Frankreichs unter Blitz und Donner verloren wir den Scheibenwischer der Fahrerseite. Um 17 Uhr trafen wir unsere noch übrig gebliebenen anderen 3 Teams zufällig in einem Straßenkaffee. Den Rest des Tages möchten wir gerne missen. Montieren ließ sich der Scheibenwischer nicht mehr. Also Fenster auf Hand raus und 5 Stunden wischen. Brrr Um 20 Uhr versuchten wir unter einem schützenden Tankstellendach den Wischer erneut zu reparieren. Leider stellten wir fest, dass unsere Susan nun auch stromlos war. Anschieben 200 Meter fahren –aus. Anschieben 300 Meter fahren –aus. Starthilfe von netten Franzosen , 500 Meter fahren ganz aus. So jetzt ist es aus mit unserer Rally. Aber in so einem Moment weiß man warum man Freunde und einen Turnbruder hat. Anruf bei Felix, er hat soeben im Hotel(einer Burg) eingecheckt. Er und Gerhard setzten sich mit der Batterie der Steirer ins Auto und fuhren zu uns.
Der Wischer ließ sich nicht reparieren, aber Gerhard fand den Fehler. Durch die vielen Schlaglöcher der Alpen und Wassermassen hatte ein Kabel der Lichtmaschine den Kontakt verloren. Abgesteckt getrocknet und neu angesteckt , Susan schnurrte wieder.
Gemeinsam unter Weltuntergangsstimmung, mit Licht auf der falschen Straßenseite, erprobten Handgewische und Felix als Vorfahrer erreichten wir um 24 Uhr die Burg(unsere Koordinaten stimmten). Danke Burschen!

Susan ist auch gipfeltauglich. Den Mont Ventoux kurvt Sie auf 1912 Meter Seehöhe. Beim runterkurven merken wir, dass die Bremsen zwar noch gut aber glasig geschliffen sind. Ab jetzt quietscht es doch des Öfteren. Am Col de Turini folgen wir den Spuren der Rally Monte Carlo. Das Meer sahen wir nur von der Ferne. Es wurde wieder mal ein langer schöner Tag.

Der Freitag führte uns durchs Piemont und der Lombardei an den Comer See. Heute ließen wir das erste mal 3 Checkpoints aus da uns der Weg durch das kurvige nasse Land mit unseren Reifen zu gefährlich schien. Leider hatte keiner der 10 angesteuerten Reifenhändler unsere Dimension. Also beschlossen wir Susan nach Hause zu tragen. Unser Hotel am Comer See war das erste, das wir bei Tageslicht erreichten. Beim Abendessen beschlossen Pauli und ich, wenn es am Samstag unserer Schlussetappe regnen sollte, die kürzeste sicherste Strecke zu wählen.

Am Samstag Startzeit 5 Uhr morgens unter Sternenhimmel. Heute wird Susan ihre neue Heimat finden. Bis Bormio fuhren wir im Dunkeln. Auf den Passo dello Stelvio auf 2760 Meter schnurrte sie. Wir glauben sie wurde gar nicht richtig warm. Über den Jauffenpass ging es zum Brenner. Aus Zeitgründen durch Tirol auf der Autobahn. Über Pass Thurn und Hochkönig, Pass Gschütt, Hallstättersee, Bad Ischl um Punkt 19 Uhr nach Vorchdorf.

Was uns im Cafe Novum unserem Zielpunkt erwartete war Freude pur. Wir fuhren unter lautem Beifall ein. Riesen Freude. Unsere Oldtimerfreunde des Classic Cars Sports Club erwarteten uns mit Freunden, Patenkindern und Familien. Die Freude war überschwänglich. Karin die Gattin von Pauli hat uns eine stilgerechte Torte mit pretty Susan und uns beiden als Coverbild gebacken.
Bedanken möchte ich mich bei meiner Susanne, die mir das alles durch Ihren Fleiß ermöglicht hat.
Danke speziell an Berni und seinen Helfern. Ihr habt ein besonderes Abenteuer geschaffen.
Danke an Pauli, 3600 Kilometer auf pretty Susan aufgepasst, und ein harmonischer Teamkollege gewesen.
Danke an meine 9 Mitstreiter, es war super mit Euch!!!!!!!!!!!!

  1000Pfund Rallye

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