Abschlussbericht Team 1

1000pfund Rallye 2014

Mittwoch 10. September Abflug von Salzburg nach London.
Am Flughafen treffen wir (Team 1 Felix und Gerhard, Team 5 Wolfgang und Paul) die anderen beiden Teams. Wir verstehen uns bei einem ersten „Kennenlern-Bier“ auf Anhieb sehr gut. Der Flug nach London gibt uns Zeit das Roadbook zu studieren. Nachdem Team 4 das Auto auch in der Gegend von Bristol gekauft hat, beschließen wir gemeinsam mit einem Leihwagen zu fahren.

Wir setzen Adi und Andi bei ihrem Spitfire ab und überlassen sie ihrem Schicksal.

Danach machen wir uns auf den Weg zu unserem MGB. Nach 3 vergeblichen Anläufen treffen wir schließlich den Verkäufer und können den Wagen übernehmen.
Die Freude darüber hielt sich in Grenzen, konnten wir doch auf Anhieb mehrere Mängel feststellen.
Schon 50 m nach der Hofausfahrt blieb sie stehen. Nachdem es mir gelungen war, sie erneut zum Laufen zu bringen, schleppte ich mich 3 km ins nächste Dorf.

Dort nahmen wir ein Zimmer im besten Hotel, einige Guinness und mehrere Whiskeys.
Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach London. Gerhard mit dem Leihwagen, den wir noch irgendwo loswerden mussten und ich in meiner Neuerwerbung.
Auf der Suche nach einer Tankstelle verließen wir schon bald die Autobahn. Ein absoluter Tiefpunkt. Der Wagen ab 70km/h eine Rüttelplatte, jede leichte Steigung kaum zu bewältigen und der 3 Gang springt raus. Lenken nur mit beiden Händen möglich und keine Rückstellung nach einer Kurve.

Um die Stimmung zu verbessern, bekleben wir das Auto mit meinem Logo und mit unseren Namen. Das sah doch gleich besser aus. Die Beziehung vertieften wir, indem wir sie auf den Namen „Lizzy“ tauften. Jetzt wussten wir, mit wem wir es zu tun hatten.

Auf der Suche nach einer Rückgabemöglichkeit für den Leihwagen halten wir am Bahnhof in
.....shire. Dort stellen wir starken Benzinverlust am Tankgeber fest. Mittels einer im Motorraum gefundenen Schlauchklemme und meines Leatherman dichten wir das Leck und können zum Reifenhändler fahren, den ich auf der anderen Straßenseite entdeckt habe. Schon nach einer halben Stunde können wir mit 4 neuen Markenreifen (FORCEUM ??) und der Adresse der nächsten AVIS Station weiterfahren.
Dann ist es endlich soweit. Der Leihwagen ist weg und wir beladen Lizzy mit unserem Gepäck und auch noch mit Gerhard.
Am Weg nach London stellen wir fest, das Lizzy ruhiger geworden ist. Kein Wunder, waren doch von vier Reifen drei von verschiedenen Herstellern und alle an der Verschleißgrenze. Vom Alter ganz zu schweigen.

Bei MOSS Europe in London decken wir uns mit allen möglichen Ersatzteilen ein. Wir befestigen noch kurz den hinteren Luftfilter und stellen dabei fest, dass die Benzinleitung zwischen den beiden Vergasern brüchig ist. Da unsere Ersatzteile und das Werkzeug im Bus nach Goodwood sind, kaufen wir noch einen Benzinschlauch und eine Motoraufhängung. Dann geht es endlich weiter Richtung Goodwood und wir treffen uns mit den anderen.
Während der Fahrt stellen wir fest, dass Lizzy mit 38 Jahren bereits im Wechsel und abwechselnd sehr heiß oder kalt ist.
Nachdem wir unser Auto abgestellt haben, wird sie sofort von allen Anwesenden sachkundig begutachtet. Dummerweise erwähne ich nebenbei, dass der Elektrolüfter streikt. Gleich darauf ist nach dem Versuch das Kabel am Thermoschalter zu ziehen, die gesamte Kühlflüssigkeit über den Motor, den Spitfire und den Parkplatz verteilt. Das Kabel hängt noch immer am Schalter, dieser jedoch nicht mehr am Kühler. Wir begeben uns erst einmal in die Hotelbar, wo wir beschließen, die Sache am nächsten Morgen zu reparieren.
Beim Frühstück sind wir wieder allein, da wir verschlafen haben. Dennoch ist Lizzy schnell wieder fahrbereit und wir stehen kurz darauf im Stau nach Goodwood. Bald werden wir von aufmerksamen Oldtimerfreunden darauf aufmerksam gemacht, dass der einbrechende Nebel vor uns aus unserem Auto kommt. Lizzy lässt Dampf ab und gleich darauf geht nichts mehr. Der Überlauf am Ausgleichsbehälter zielt nämlich genau auf den Zündverteiler, welcher auf Feuchtigkeit mit Streik reagiert. Wir parken Lizzy am Gehsteig, reinigen die Verteilerkappe und fahren in die nächste Querstraße um sie abkühlen zu lassen.
Ein mitfühlender englischer Gentleman spendiert uns einige Liter Wasser und gibt uns den entscheidenden Tipp wie wir den Stau umfahren können. Erst an der Zufahrt zum Campingplatz wird ihr wieder warm.

Auf unserem Stellplatz erwarten uns schon die anderen Teams und die Reisegruppe mit dem Autobus. Das Zelt ist schnell aufgestellt und nach einem ? kühlen Bier starten wir einige Reparaturversuche an Lizzy. Während der Elektrolüfter bald läuft (Kontaktfehler an der Sicherung), gelingt es uns nicht die Motoraufhängung links zu wechseln. Die Mutter sitzt versteckt und fest. Kein Schraubenschlüssel hält, also legen wir ein Stück alten Ledergurt doppelt in die Bruchstelle und setzen den Motor wieder drauf. Zuletzt wird noch der Thermostat entfernt um einen besseren Durchfluss zum Kühler zu gewährleisten.
Damit glauben wir, für die Rallye gerüstet zu sein und widmen uns ganz dem Spektakel in Goodwood.

Die Airshow und die Rennen am Ring sind wieder einzigartig. Am Gelände fühlt man sich, als wäre die Zeit vor 50 Jahren stehen geblieben. Die Briten lieben es sich zu verkleiden. Man sieht
Uniformen aller Waffengattungen und Nationen.
Die drei Tage am Campingplatz versorgt uns Charly mit kulinarischen Köstlichkeiten.

Am Sonntag Nachmittag geht es dann endlich los. Der erste Checkpoint „Kings Arms Inn“ erweist sich als strategische Meisterleistung, können wir doch ein letztes Mal einige Guinness zu uns nehmen. Das Einchecken auf die Fähre geht problemlos vonstatten.
Nach einem späten Abendessen versuchen wir einige Stunden zu schlafen. Gerhard klagt über Gliederschmerzen und ist sehr ruhig. Die Überfahrt ist zwar ruhig, aber an Schlaf ist kaum zu denken. Um 6.15Uhr öffnet endlich das Buffet und es gibt Frühstück.

Montag:
Nun geht es runter von der Fähre und aufs Festland. Endlich können wir auf der richtigen Seite fahren. Wir starten gut in diese Etappe und trinken am ersten Checkpoint guten französischen Kaffee. Als gleich darauf Team 5 eintrifft, beschließen wir gemeinsam weiterzufahren. Dennoch finden wir Checkpoint 2 nicht und auf der Suche nach der Brücke gibt Lizzy den Geist auf. Die Benzinpumpe läuft, fördert aber kein Benzin. Die Tankanzeige zeigt ¼ voll.
Team 5 hat unseren Ausfall nicht bemerkt und ist telefonisch nicht zu erreichen, also macht sich Gerhard zu Fuß mit dem Navi auf den Weg zur nächsten ca. 2,5km entfernten Tankstelle. Nach einer Viertelstunde meldet sich Paul von Team 5 telefonisch. Ich schildere die Situation und Sie versuchen zu uns zu stossen, was sich als kompliziert erweist, da die Stadt in der wir stehen sehr verwinkelt ist und ich keine Koordinaten schicken kann, weil Gerhard mit dem Navi weg ist. Als sie nach einer halben Stunde eintreffen, macht sich Wolfgang sofort auf den Weg um Gerhard zu suchen. Sogar das gelingt irgendwann und die beiden kehren mit ca. 2,5l Benzin zurück. Trotzdem will Lizzy nicht starten.
Wir holen nochmal 5l (diesmal bedeutend schneller) haben aber noch immer keinen Erfolg. Nun ist es an der Zeit, meine erste Diagnose zu überdenken. Ich überprüfe die Benzinleitungen und finde einen Riss in der Ansaugleitung. Diese ist nach 10min. gewechselt und es kann weitergehen. Die Nachbarn waren sowieso schon leicht irritiert von den Briten mit dem komischen Akzent.

2,5h Zeitverlust lassen uns bei McDonalds essen ? und rasch weiterfahren. Die Brücke haben wir übrigens nicht gefunden, dafür aber Team 2 mit gebrochener Vorderachse auf einem Abschleppwagen. Checkpoint 3 geht problemlos, le Mans finden wir schneller als die Polizei erlaubt. Es hat mehrmals ordentlich geblitzt. Checkpoint 4 wird ausgelassen, dadurch erreichen wir das Hotel um ca. 21.00h. Team 3 ist schon da und Team 4 kommt etwa eine Stunde später.

Dienstag:
Diesmal spulen wir die Checkpoints der Reihe nach runter. In Cognac nehmen wir ein hervorragendes Menü und guten Rotwein, stauen uns bei grenzwertigen Temperaturen (Lizzy und Gerhard) durch Bordeaux und fahren durch malerische Städtchen nach La Roque-Gageac zum letzten Checkpoint des Tages. Danach geht es direkt ins Hotel. Nach dem Abendessen um 22.00h schicken wir Gerhard mit Grippe ins Bett und gehen auf den Hotelparkplatz schrauben. Da sich Lizzy immer noch kaum lenken lässt (nur mit beiden Händen) ist eine Reparatur zwingend notwendig. Berge mit Kehren sind auf diese Weise sicher nicht zu bewältigen. Adi und Andi von Team 4 und Paul von Team 5 helfen tatkräftig mit, Hans von Team 3 unterstützt uns mit Meißel und Montiereisen.
Kaum sind Auto und Motor angehoben, liegt Andi schon unter dem Wagen. Er diagnostiziert zwei gebrochene Motoraufhängungen. Dadurch klemmt die Lenksäule beim Beschleunigen zwischen Motor und Rahmen. Nach allerlei fruchtlosen Versuchen, den kaputten Silentblock zu lösen, meißeln wir ihn um ½ 1h früh auf. Der Lärm den wir verursachen, wird nur übertönt vom Röhren eines Achtzylinders.
Es ist Bernie mit den TR 8, der nach einer unmöglich erscheinenden Reparatur wieder zu uns aufgeschlossen hat. Um 2Uhr beenden wir unsere Reparatur und gehen duschen und zu Bett.

Mittwoch:
Gerhard geht es etwas besser und er beginnt die Etappe. Wieder geht es durch märchenhaft schöne Gegenden. Lizzy ist eine andere, nichts scheppert mehr, sie ist lenkbar und läuft einwandfrei. Der Weg führt uns über alpines Gebiet zu unserem Hotel. Nach dem letzten Checkpoint, bei dem wir uns alle ein Bier genehmigen, schlägt das Wetter um. Es wird schon dunkel und der Himmel öffnet seine Schleusen. Wir werden beinahe von der Straße gespült. Die Sicht ist praktisch nicht mehr vorhanden, vom Armaturenbrett rinnt das Wasser über meine Füße, es blitzt und donnert wie beim Weltuntergang. Das Hotel erreichen wir um 19.45h als Erste. Beim Ausladen dann der Schock. Ich habe meine Umhängetasche beim Mittagessen vergessen. Darin befinden sich so Kleinigkeiten wie: Reisepass, Fahrzeugpapiere und mein eh nicht funktionierendes Nokia Tablett. Nicht zu vergessen einige Hundert Pfund.
Aber keine Zeit um sich darüber aufzuregen, mein Telefon läutet und Bernie fragt, wo wir sind. Er sucht seit zwei Stunden das Hotel und ist genervt. Während wir ihm entgegenfahren und zum Hotel lotsen (die Koordinaten waren übrigens falsch, Stefan) klingelt es wieder. Der MGB von Team 5 hat etwa 30km entfernt den Geist aufgegeben. Im Hotel trinken wir einen schnellen Kaffee und fahren zu den angegebenen Koordinaten, wo wir Wolfgang und Paul treffen.
Der Wischerarm auf der Fahrerseite hat sich gelöst und das Auto ist stromlos. Vorsorglich haben wir die Batterie von Team 4 eingepackt, allerdings hatte sich nur der Stecker an der Lichtmaschine gelöst. Dem MGB wird Starthilfe gegeben und wir können losfahren. Allerdings nur langsam, da Wolfgang mit dem rechten Arm aus dem Seitenfenster die Scheibe wischt.
Nach 3km streikt unser Navi und wir haben keine Ahnung, wo es langgeht. Gottseidank funktioniert das von Team 4 noch und wir navigieren nach diesem zurück. Gerhard fährt und als wir fast am Hotel sind macht er plötzlich einen Schlenker nach links und bremst. Dann werden wir rechts von einem Wildschwein überholt. Es quert vor uns die Straße und verschwindet links im Wald. Die ganze Zeit schüttet es wie aus Kübeln, aber dann haben wir es geschafft und sind im Hotel. Team 3 musste an diesem Tag leider aufgeben und ist bereits mit dem Zug auf der Heimreise.

Donnerstag:
Eine absolut geniale Etappe mit Mont Ventoux und zum Abschluss den Col de Turini. Wir stellen fest:
Lizzy mag Berge, Felix auch und Gerhard wird sich daran gewöhnen. Es regnet immer wieder und sämtliche Teams haben Probleme mit dem italienischen Straßenbelag.

Freitag:
Eine kurze Etappe? Am Morgen versuchen Team 4 und 5 neue Reifen zu bekommen. Wir beschaffen inzwischen ein tolles Kompressorhorn für den italienischen Abschnitt. Unsere Hupe hat sowieso nie funktioniert. Wir schaffen es ohne Panne zum Hotel, brauchen allerdings genauso lange wie am Vortag für 100km weniger.

Samstag:
Dies sollte eigentlich unsere stärkste Etappe werden. War es dann irgendwie auch. Schon aufs Stilfserjoch läuft Lizzy nur auf 3 Zylindern . Wir wechseln Kondensator, Unterbrecher und Zündkabel. Den Jaufenpass bewältigen wir in mehreren Schritten. Nach der Abfahrt wechseln wir noch die Zündkerzen und kontrollieren das Ventilspiel. Als alles nichts hilft, ringen wir uns dazu durch, das Ziel über die Autobahn anzusteuern und die Checkpoints auszulassen. Die letzten Kilometer ins Ziel werden wir von unseren Familien begleitet. Der Zieleinlauf wird euphorisch und wir sind glücklich, es geschafft zu haben.
Anschließend wird mit allen Teams und Freunden richtig gefeiert.

Danke Bernie, für diese gelungene zweite Auflage der 1000pfund Rallye

Auf Wiedersehen ? beim nächsten Mal

Felix

  1000Pfund Rallye

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